Den Schritt wagen…

Ich sitze am Flughafen und starre meine Koffer an… Ich greife mein Telefon, gehe durch meine Kontakte und verabschiede mich von meiner Familie, meinen Freunden und den mir so lieb gewordenen Pfaffis. Wiederwillig steige ich in den Flieger und bereite mich seelisch und moralisch auf meine Reise vor, es geht zurück nach Australien.
Ich habe Angst, fürchte der Herausforderung nicht gewachsen zu sein, nicht genug Kraft gesammelt zu haben und nicht vollständig „geheilt“ zu sein… Ich will nicht versagen und befürchte wieder in Depressionen zu verfallen, nichts zu fühlen, nichts zu schmecken, keinen Sinn zu sehen. Mein Herz und Körper sträuben sich dagegen, ich fühle mich leer, traurig und mich erdrückt dieses Gefühl dieser unerklärbaren Last, welches sich mit jeder weiteren Minute Wartezeit auf der Startbahn exponentiell ausbreitet.
Ich will aufstehen und in Richtung Ausgang los rennen. Ich will zurück in die vertraute Umgebung und die sorglose Welt von Freunden und Familie, stärker noch will ich zurück in die sorglose Welt der Pfaffis… Ich greife mich in dem Sitz fest, zähle ruhig bis Zehn, atme tief durch und denke an meinen „Spickzettel“ auf dem ich all diese Symptome und Bedenken bereits antizipiert habe und den Gründen für meine Rückkehr nach Australien gegenüber gestellt habe.
Auf einmal wird es mir ruhiger ums Herz, das erdrückende Gefühl verschwindet, der Wunsch nach Heimat und Freunden bleibt und die 26 stündige Reise beginnt…

 

 

 

„Wagt ruhig einen großen Schritt, wenn es nötig ist. Über einen Abgrund kommt man nicht mit zwei kleinen Sprüngen.“


David Lloyd George

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