Ich bin dann mal weg…

Ich bin dann mal weg…

im übrigen schon zum zweiten Mal. In 2 Tagen ist es soweit. Aber diesmal ist es anders. Eine andere Stadt eine andere Klinik und was mir am meisten Angst bereitet: andere Mitpatienten. Die ganze Zeit beschäftigen mich die Fragen: wie wird es sein? Werde ich genau so nett aufgenommen, wie in Haus 6? Werde die anderen auch so nett sein?

In dem Punkt bin ich wohl total Verwöhnt. Verwöhnt von den lieben Menschen, die ich in Haus 6 kennenlernen durfte, und von den Freundschaften, die auch über die Tore der Klinik hinaus noch anhalten.

Eigentlich will ich gar nicht an den Tag denken, an dem ich in die Klinik muss. Die ganzen Wochen habe ich den Gedanken mehr oder weniger erfolgreich verdrängt. Frei nach dem Motto, wer keine Erwartungen hat, kann auch nicht enttäuscht werden. Doch je näher der Tag rückt um so schwieriger wird das leider. 10 Wochen! 10 Wochen muss ich voraussichtlich da bleiben.  Eine halbe Ewigkeit, wenn man sie vor sich hat. In den letzten Tagen habe ich deshalb versucht so viele schöne Erinnerungen wie möglich für mich noch zu sammeln. Allen voran unser schönes Treffen auf dem Possen. Eine Art Kraft tanken. Wie ein Album voller schöner Erinnerungen, das man als kleines Andenken mit sich nimmt.

ESSEN. Was für andere das Normalste der Welt ist, ist für mich ein täglicher Kampf. Essen oder nicht essen. Drinbehalten oder doch lieber wieder ins Klo spucken. Die ständige Angst vielleicht gerade zuviele Kalorien aufgenomme zu haben. Ich sehe anderen dabei zu, wie sie Kuchen, Chips, Süßigkeiten und andere für mich verbotene Dinge essen und ich denke mir, wie können die nur so viele Kalorien aufnehmen und scheinbar nicht zunehmen? Während ich das Gefühl habe, von Naturjoghurt und einer Banane zu zunehmen.

Einmal hab ich mir “heimlich” zwei Tafeln Schokolade gekauft. Ich wußte, die würden meinen Körper auf dem gleichen weg wieder verlassen, auf den sie hinein gekommen waren und ich hatte schreckliche Schuldgefühle. Schuldgefühle, weil ich das Zeug überhaupt kaufen wollte, weil ich schwach geworden war. Schuldgefühle, weil ich das Gefühl hatte, jeder im Geschäft sieht mir direkt an was ich vorhabe. Hatte ich mich selbst verraten? Ich habe mich immerhin gehen gelassen! Zu hause waren die zwei Tafeln natürlich in Null Komma nix aufgefuttert und auch genau so schnell wieder draussen.

Das ist das Schlimmste hinterher: die Reue und die Angst davor, dass ich nicht sorgfältig genug war und vielleicht doch noch ein Rest der verbotenen Nahrung im Körper geblieben ist. Und man fragt sich warum das alles? Warum quält man sich eigentlich so, in dem man Minutenlang auf dem Fußboden im Badezimmer hockt und sich teilweise körperliche Schmerzen mit dem ganzen Würgen und Husten bereitet, solange bis auch der letzte Bissen endlich den Körper wieder verlassen hat. Wie fühlt man sich hinterher? Befreit! Das ist ja das Schlimme! Man fühlt sich gut hinterher. Man hat den Körper ein weiteres mal besiegt. Es scheint so einfach. Man kann alles Essen, wenn man sich nur hinterher den Finger wieder in den Hals steckt. In meiner Welt ist das eine völlig logische Konsequenz um eine Gewichtszunahme zu verhindern.

Im Augenblick geht es mir relativ gut, aus meiner Sicht jedenfalls. Trotzdem: die Angst vor den Kalorien ist nach wie vor da! Was erwarte ich von dem zweiten Klinikaufenthalt eigentlich? Um Gottes Willen nie wieder zunehmen! Ein anderes, gesünderes Verhältnis zum Essen wäre toll. Nicht mehr “ganz oder gar nicht”. Nicht mehr alles blind in sich hinein stopfen um es dann wieder ins Klo zu spucken. Nie wieder aus Angst vor Kalorien Wochenlang gar nicht essen. Eine Möglichkeiten für mich mit  seelische Schwierigkeiten anders umzugehen, als mich und meinen Körper mit Hungern oder Ess-Brech-Attacken zu quälen…

Endlich wieder ein normales Leben führen!

3 Responses to Ich bin dann mal weg…

  1. Lise says:

    Meine Liebe, ich wünsche dir alles Glück der Welt! Nimm deinen 2. Versuch wahr! Es liegt ganz allein in deiner Macht!
    WILLST du wieder froh und munter durchs Leben gehen, so wirst du es auch!
    Sieh unsere Nahrung nicht als Feind, sondern als wichtige Energiequelle und Lebenselixier!

    Toi, toi, toi ! Ich bin mir sicher, du schaffst es !

  2. Travers Gour says:

    The next time I read a blog, I hope that it doesnt disappoint me as much as this one. I mean, I know it was my choice to read, but I actually thought youd have something interesting to say. All I hear is a bunch of whining about something that you could fix if you werent too busy looking for attention.
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  3. Yvette says:

    Ich weiß, Du kannst das schaffen! Ich wünsche Dir, dass Du diese Chance nutzen wirst. Ich hoffe, Dich zu unterstützen, indem ich an dich glaube. Du bist so ein lieber Mensch, und das werden die anderen erkennen.Fühl dich gedrückt!

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