Not good enough

 

… Kritisch betrachte ich mich in einem Alter von ungefähr 14 Jahren: naiv und gleichermaßen schon damals bedacht und gedankenvoll.
Auf dem besten Weg eine Frau zu werden, machte ich erstmalig Bekanntschaft mit Jungs und begegnete meiner ersten großen Liebe.
Mit jedem verstrichenem Tag des Erwachsenwerdens wuchs auch der Anspruch an mich.
Überall war ich plötzlich das kleine süße Mädchen. Zu Anfang überforderte es mich, doch von Tag zu Tag fand ich immer mehr gefallen daran Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.

Leider begeisterte ich damals nicht mit meinem Wesen, sondern es glänzte vielmehr die strake und perfekte Fassade. Ich freute mich großer Beliebtheit und genoss es allmählig.
Doch all das verhalf mir nicht zu einem ausgeprägterem Selbstwertgefühl, sondern verstärkte meine Selbstzweifel und den übertriebenen Anspruch an mich selbst!

Völlig verzweifelt sah ich in den Spiegel; mit  n i c h t s  an meinem jungen Körper konnte ich mich indentifizieren. Mit absolut nichts, wollte ich mich anfreunden.
Mein Freund hingegen belächelte meine Zweifel; für ihn erschien ich als das perfekte Mädchen. Doch anstatt an meinem Selbstwertgefühl zu arbeiten und mich zu akzeptieren, gab ich meinen Zweifeln nach.
Der Anspruch, der mich seither alltäglich zerfraß, gewann. – Ich begann mich seither Tag ein, Tag aus von vielleicht 2 Karotten und einem kleinen Äpfelchen zu ernähren.
Ohne jegliche Energie in meinem Körper hatte ich zusätzlich die Erwartung noch überdurchschnittlich gute Schulleistungen zu erbringen. Was mir zu allem Überfluss auch noch gelang.

Ich sah die alltägliche Nahrungsaufnahme nicht als einen bedeutenden Energielieferanten für Körper und Geist, sondern als Feind. Als einen Feind, meinem Ideal nicht gerecht werden zu können. Krampfhaft zählte ich jede einzelne Fettquelle und Kalorie. Ich übte Verzicht – vor allem am Lebensgenuss. Der positive Nebeneffekt erklärte sich von selbst; schnell und vor allem ungesund trat das in Kraft, was ich ersehnte; Ich verlor deutlich an „gesunden Kilos“. Zu Bestzeiten wog ich, in einem Alter von 16 Jahren, 45 Kilo… . Zerbrechlich, aber -Gott sei Dank- nicht zu krankhaft dünn, badete ich in Aufmerksamkeit und Komplimenten.

Mein damaliger Freund, der mich beinah täglich zu Gesicht bekam, bemerkte den enormen Unterschied nicht einmal. – Denn er sah  MICH. Die  P e r s o n, die hinter der perfekten Fassade steckte.

Meine Eltern + meine gesamte Family begannen sich Sorgen zu machen,- doch ich gab überzeugend vor ein normales Verhältnis zum Essen zu haben.
Auch ich begann mir insgeheim Gedanken, um meine Gesundheit, zu machen; Das Thema Essstörungen war mir durchaus geläufig.
Doch in meiner jungen Naivität und dem Glauben an das Gute unterschätzte ich die Gefahr.
[Ein Glück steckte ebenso die Kehrseite eines genussvollen Essers & Menschens in meiner Haut + der familiäre Hinterhalt, der es gar nicht erst zum Ecler kommen ließ]
Doch wurde ich mit dem Schwinden der Kilos nicht zufriedener und glücklicher; mein Anspruch an mich selbst schoss über jegliches Ziel hinaus.
„Da stand ein zerbrechliches Mädchen vor dem Spiegel und fand sich dennoch zu fett“!

… Mit den Jahren (und auch in der Klinik) lernte ich ein Genussmittel & unsere wohl wichtigste Energiequelle in der Nahrung zu sehen.
Vielmehr habe ich gelernt mich mehr und mehr zu akzeptieren, so wie ICH bin.
Ich werde wohl nie eine Frau mit Model-Qualitäten, sondern eine Frau mit Ecken und Kanten -aber vor allem mit weiblichen Rundungen- sein. ;)

Ich habe gelernt meine Emotionen nicht mit Essen zu kompensieren, sondern meinen Ausgleich in wertvollen Dingen (u.a. Sport) zu finden… .

 

Ein wirklich schöner Mensch, ist nicht einfach nur schön.
Ein für mich wertvoller Mensch ist aufrichtig und zeugt von emotionaler Intelligenz.
Denn Schönheit ist vergänglich.

… 36% aller Europäer, 56% aller Amerikaner und 63% der Australier sind übergewichtig.
63 Prozent!? Das st mehr als die Hälfte! Tendenz steigend.
Diese These beweist die gegensätzliche Abart eines gestörten Essverhaltens.
… In einem Zeitalter des absoluten Konsums, ersticken wir förmlich an den Unmengen an Fressalien.
Es gilt nicht mehr -gesund- zu essen, um zu Überleben, sondern die Nahrung dient vielmehr als emotionaler Ausgleich + Zeitvertreib.

Ein gesundes Gleichgewicht stirbt aus – wir wiegen zu wenig oder zu viel!

Bescheidene Grüße von Team Pfaffi + blindmary. .

 

One Response to Not good enough

  1. Angelus says:

    Hey,

    ich verspüre einen großen Drang in Dir, auch so einen kleinen süßen Wonneprobben in Deinen Armen zu halten ;)
    Ich denke, dass Du auf dass allgemeine bezogen auf dem richtigen Weg bist :)
    Und vielen dank für Deine offenen ehrlichen Worte!

    Möge die “Macht” mit dir sein!!

    LG Angelus

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

  • Facebook