Papas Brief, Part II

Die ersten Tage danach

 

 

Jaaa, nun ist es schon eine ganze Weile her, als ich das Haus 6 in Mühlhausen verlassen habe.

Eigentlich wollte ich anschließend gleich wieder arbeiten gehen, allerdings hat mir mein Körper einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also blieb ich noch eine ganze Weile zu Hause – auf Empfehlung meiner Hausärztin.
Am 04. Juli war es dann soweit; ich trat die erste Nachtschicht an. Diesen Schritt habe ich sehr gut überstanden. Dank meiner Freundin.
Andere Kollegen auf Arbeit verhielten sich mir gegenüber sehr zurückhaltend. Mir kam es so vor, als hätte ich eine ansteckende Krankheit.
Sie hielten Abstand, fragten nicht einmal nach, wie es mir geht und WARUM ich in der Klinik war. Ich habe versucht dieses Thema zu besprechen, jedoch fand sich niemand, der mir zuhören wollte! Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, wie das Verhalten meiner Kollegen mir gegenüber war, macht es mich sehr nachdenklich. Sie sind wahrscheinlich der Meinung, dass “meine Geschichte” wie ein lang anhaltender Schnupfen zu behandeln ist.
Ganz allein hätte ich die ersten Schritte nicht schaffen können, wenn da nicht meine Freundin gewesen wäre… .
Aber nicht nur meine Freundin, nein, hierzu zählen auch die, die ich in Mühlhausen kennen und schätzen gelernt habe.
Wenn es mir mal nicht so gut geht, kann ich diese zu jeglicher Zeit anrufen, oder mich eben anderweitig verständigen… .
 
Jaaa, und dann fand ja das erste Pfaffitreffen statt,- von all denjenigen, die im Haus 6 waren. Auf dieses Treffen habe ich mich sehr gefreut. Leider konnten einige nicht kommen. Sie waren verhindert; ob krankheits-bedingt oder familiärer Art.
Aber das Wiedersehen alter Freunde hat meiner Seele sehr gut getan! Wir haben uns ausgetauscht, wie es jedem Einzelnen so geht und was jedem bisher geschehen ist. Zum Schluss lässt sich sagen, dass jeder -der dort war- den Schritt ins normale Leben geschafft hat… .
 
… Da ich ja leider privat versichert bin, habe ich jetzt natürlich (mit der Versicherung, deren Namen ich nicht nennen möchte) ein große Problem. Stellt euch mal vor; die wollen doch tatsächlich nicht meine Rechnung bezahlen!? Die Damen und Herren, die den ganzen lieben langen Tag hinter dem Schreibtisch hocken, haben doch von den ganzen Problemen 0 Ahnung! Die sagen bzw. schreiben, dass das keine Krankheit wäre und man dieses Problem (Depression oder Born Out…) hätte in einer Ambulanten Behandlung durchführen können… Was soll man dazu sagen? Ich denke, man müsse diese Leute mal zu einem Lehrgang schicken,- damit sie wenigstens einen kleinen Einblick in unsere Materie bekommen!
Das Schreiben meiner Versicherung habe ich dann erst einmal meiner Hausärztin gezeigt – die wäre fast vom Hocker gefallen! Sie sagte dann zu mir, dass ich das Schreiben bei ihr lassen solle und das sie sich um alles weitere kümmre, sodass die Damen und Herren endlich meine Rechnung bezahlen!
Nun bin ich mal gespannt, wie meine Versicherung darauf reagieren wird!?
Desweiteren lasse ich mich überraschen, wie es mit meinen Arbeitskollegen weiter geht. Ob sie mich weiter so behandeln, als ‘erlag’ ich eine Erkältung, oder ob sie mal nachfragen, warum ich denn eigentlich in der Klinik war und was ich dort gelernt und welche Erfahrung ich gesammelt habe!?
Ich bleibe jedenfalls dran und werde weiter von meinem Lebensweg berichten!
 
Bestärkende Grüße vom Papa & dem Faffi-Team! ♥.

 

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