Society

 

 

Ich stolziere durch den riesigen, von hetzenden und gestressten Menschenmassen, viel zu überfüllten Hauptbahnhof, geradehin zur City, um dort ein wenig zu flanieren.
In der U-Bahn-Unterführung, die mich schnell in Richtung Innenstadt bringt, steigt mir der strenge Geruch von Urin in die Nase und an beinah jeder dritten Ecke werde ich nach etwas Kleingeld gefragt – von Obdachlosen, von Punks, von internationalen Mitbürgern.
Leid erzeugt Mitleid, doch die Menschenmenge trägt mich vom „Anblick der Gewohnheit“ davon. Gefasst laufe ich weiter.
Abgelenkt von der Vielzahl an Eindrücken, pralle ich beinah, mit einer unscheinbaren Frau zusammen,- die sich ungewöhnlicher Weise -bei Temperaturen von 20C- in einen dicken Wintermantel eingehüllt hat.
Von Neugierde gepackt, drehe ich mich nach ihr um; aus dem Grund sie mir genauer betrachten zu wollen.
– Vor Entsetzen und Fassungslosigkeit bleibt mir mein Mund automatisch offen stehen:
Die junge Frau ist bis auf die Knochen abgemagert. Ihre Beine wackelig, ihre Wangenknochen empor stehend, ihre Augen rot, ihre Haut schneeweiß, das Haar dünn… . Ihre Erscheinung ungesund, ihr Anblick tödlich.
Völlig geschockt haste ich weiter und suche nach ablenkenden Eindrücken, nach ‘schönen Bildern’.
Mir begegnet in Mitten der riesigen Innenstadt ein altes, sich in den Armen liegenden, graues Ehepärchen. Ihre Gesichter durchlebt, ein wenig faltig, doch ihre Augen voller Zufriedenheit. Hand in Hand ziehen sie an mir vorbei und bescheren mir das wohl erste Lächeln meines Ausfluges.
Doch auch dieses Lächeln wird schnellt getrübt; Es überholen mich 2 Mädchen, dessen Alter sich durch ihr sehr weibliches Outfit und übertriebenes Makeup, nicht schätzen lässt. Sie werden die 16 wohl noch nicht geknackt haben. Beide tragen Highheels und hautenge Leggins. Große goldfarbene Creolen schmücken ihr noch sehr zartes und kindliches Gesicht. Eine der beiden Mädchen redet lautstark über Sex, währenddessen sich die andere euphorisch die 2 Zigarette anzündet.
Doch außer mir, interessiert das hier wohl niemanden.
Ich denke lächelnd an meine Kindheit zurück, die sich noch völlig naiv im Grünen, und nicht im oberflächlichen Welt der neusten Trends, abspielte.
Endlich angelangt in meinem lieblings Store, stürze ich mich in die Welt des Konsums.
Ich habe ein ganz bestimmtes Kleidchen im Sinn. Doch nicht anders erwartend stellt sich die Entscheidung als äußerst schwierig heraus – denn neben meinem Favorit bieten sich noch gefühlte tausend andere Kleider an.
Völlig gestresst, nicht gerade entscheidungsfreudig mache ich Kehrt… .

Wir leben in einer Welt, die oberflächlich nicht perfekter erscheinen könnte.
In einer Welt voller Glamour, mit Unmengen an Fressalien, 1000 Möglichkeiten sich zu entfalten, Kleidern aus den feinsten Stoffen. In einer Welt geprägt von Brands. Einem Globus, einer maschinellen Regierung und der neusten Technik – doch glücklich sind wir nicht.
Wir kommunizieren mit Smartphones, doch REDEN tun wir mit Psychologen.
Wir genesen nicht, wir nehmen die neuste Medizin.
Wir essen nicht, wir fressen oder wir verzichten, um der Perfektion gerecht zu werden.
Wir wollen höher, weiter, schneller… schöner, reicher.
Wir lieben nicht, wir haben lediglich Sex.
Wir führen keine Beziehung, denn Beziehung bedeutet Nähe.

Wir arbeiten nicht, um zu leben – wir leben, um zu arbeiten. Wir funktionieren.

 

 

Wir gehören einer Welt an, in der in den News, über das neuste iPhone berichtet wird und ich frage mich aller Ernstes ‘Gibt es nichts wichtigeres?’ Wo bleibt die Menschlichkeit, wo sind all die Werte hin?

 

 

Ich fühle mich auf diesem Planeten nicht wirklich daheim. Dennoch bin ich stolz, mir meine Werte zu bewahren.

Danke, für all die Mesnchlichkeit in  m e i n e r  kleinen Welt .

 

“society, you’re a crazy breed
i hope you’re not lonely without me

 

Team Pfaffi & Mary. ♥.

 

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